Pascal Hien

Pascal Hien schloss 2014 sein Studium an der UDK Berlin ab, anschließend erhielt er ein  Design-Stipendium am Fabrica Research Center in Italien. Seine Berufserfahrung umfasst die Arbeit für Steelcase Inc. und Konstantin Grcic. Im Jahr 2023 gründete er das Pascal Hien Office for Design, das Expertise in den Bereichen Industrie-, Ausstellungs- und Konzept-Design bietet. Sein Ziel: sinnvolle Gestaltung mit einem ehrlichen, verantwortungsvollen und reflektierten Ansatz zu schaffen. 2016 gehörte Pascal zur Auswahl der Top-Absolventen des Magazins Wallpaper*. Sein jüngstes Projekt Migo wurde in die ständige Sammlung des Londoner Design Museums aufgenommen.

 

Der Lichtstreuer
Prism

Ein Wink an Prouvé mit einer grafisch starken Geste: der Hocker Prism streut das Licht und schafft Möglichkeiten. Modularität trifft Kombinierbarkeit.

»Zu diesem neuen Möbelstück gibt es eine Pointe«, erzählt Pascal Hien amüsiert. »Tecta ist eine Katzenfamilie – und die Tecta Cat ist sofort in den Hocker gezogen.«

Das mag an der besonderen Form liegen, die der Gestalter aus Berlin ersonnen hat. Es gibt einen Wink zu Prouvé – den kreisrunden Radius. Eine Erinnerung an den französischen Designer, aber keine provozierte. Denn die Inspiration für das neue, unkomplizierte Sitzmöbel war eine andere. Pascal Hien kommt aus der Office Welt, jenem Kosmos, in dem man flexible Räume braucht, in denen Workshops und meetings stattfinden, manchmal mit fünf, aber eben auch mit 50 Personen.

Für diese Situationen hatte Pascal Hien an einen Hocker gedacht, der sich später stapelbar in eine Ecke zurückziehen kann. Geworden ist daraus viel mehr. Zum einen ein Platz, der für nomadisches Arbeiten wie gemacht ist. Denn in dem Hohlraum unter seinem Sitz, lassen sich Jacke und Tasche elegant unterbringen. Zugleich ist er Statement im Raum, durch seine Raute als Form und die markanten Ausformungen. Die Kanten sind gefalzt und lassen Dimensionen und Farbschattierungen greifbar werden. Der kreisrunde Radius ist eine simple, aber grafisch starke Geste. Sie macht das Möbel zur Skulptur und reduziert das Gewicht des 4mm starken Alublechs zur erwünschten Handlichkeit. Mit den Farben, die von einer poppigen bis wohnlichen Skala reichen, lässt sich trefflich spielen. Nachdem Prism im Einsatz war, braucht er sich nicht wieder zu verstecken – man nimmt ihn als sidetable oder baut aus ihm einen ganzen Raumteiler. Modularität und Kombinierbarkeit, eine neue Allianz. Und damit sind wir gleich bei der Inspiration: für den Diamond dachte Pascal Hien an Reliefs, die für ihn Pate standen. Kombinierbare Formen, die Künstler wie Karl Heinz Adler oder Bildhauer Erwin Hauer für seine durchbrochenen, lichtstreuenden Wände verwendete. Fünf Farb-Varianten gibt es für das kleine, kluge Objekt. Ein Chamälon, das seine Möglichkeiten immer wieder wechseln kann. Auch als Katzenhöhle – nun, warum eigentlich nicht?

pascalhien.com