imm Cologne 2017

NEUE PRODUKTE, UMBAU, GENERATIONENFOLGE

Bei dem Familienunternehmen Tecta war in den letzten Jahren eine Menge los. Das waren die wichtigsten Stationen 2016:

Die Generationenfolge bei Tecta: Ein Familienunternehmen, fit für die dritte Generation.
Wechsel gehen hier fließend und Hand in Hand über die Bühne. Nach dem Ausscheiden von Werner Bruchhäuser im Jahr 2001 trat sein Enkel Christian Drescher in das Familienunternehmen ein. Es folgten Jahre der gemeinsamen Gesch.ftsführung mit Axel Bruchhäuser und die sukzessive Übergabe der Verantwortung an Christian Drescher, der das Unternehmen nun als haftender Gesellschafter leitet. Axel Bruchhäuser ist als Mitgesellschafter weiterhin im Unternehmen präsent und tätig.

Gibt es eine Vision, die mit dem Generationswechsel verbunden ist?
Der Anspruch war und ist, zeitgemäße und innovative Ideen umzusetzen und mit Mut zu verwirklichen. „Wir wollen Möbel produzieren, die wir selbst gut finden und von denen wir vollkommen überzeugt sind,“ so Christian Drescher. Und das unabhängig von Moden und kurzlebigen Marktbedürfnissen. Nach wie vor geht es um moderne Klassiker, so wie es die Bauhaus-Schule vorgibt.

Welche jungen Designer bestimmen derzeit die Produkte für die Zukunft?
Eine enge Zusammenarbeit zwischen Tecta und den Designern und Architekten Andree Weissert und Wolfgang Hartauer entwickelte sich in den letzten drei Jahren. Mit Daniel Lorch wurde ein sehr spannender, neuer Stahlrohrstuhl entwickelt, der jetzt auf der imm cologne 2017 neu vorgestellt wird.

Die neuen Produkte für die imm cologne 2017 tragen eine besondere Handschrift – was ist der verbindende Rote Faden zwischen ihnen?
Alle neuen Entwürfe fügen sich auch in 2017 nahtlos in die Kollektion ein und überraschen durch innovative Ansätze. Den Entwürfen von Wolfgang Hartauer zum Beispiel ist gemein, dass sie alle eine besondere kinetische Ästhetik und Funktion besitzen. Man muss seine Möbel anfassen und bewegen. Die Ästhetik der Bewegung ist schon immer ein Roter Faden bei Tecta. Unsere zeitgenössischen Gestalter sind mit erfrischenden Ideen und im Sinne des Bauhaus unterwegs.

Die Gebäude von Tecta, die Büroeinheiten und Werkstätten, erlebten eine signifikante Veränderung. Warum?
Es war Wunsch und Notwendigkeit, Werkstätten und Büros zu erneuern. „Andree Weissert hat diesen Spagat sensibel und konsequent umgesetzt,“ so Christian Drescher. „So sind in den Gebäuden alle Zeitschichten der Entwicklung ablesbar und gleichzeitig die Handschrift von Andree Weissert unverkennbar. Die zweijährige Renovierung der Werkstätten ist auch ein Statement für den Erhalt unseres Standortes und die Art und Weise wie wir auch in Zukunft unsere Möbel produzieren wollen.“

 

 

Das Kragstuhlmuseum veränderte sich ebenfalls – warum war das nötig?
Die Sammlung des Kragstuhlmuseums besteht seit 1978 und ist sehr eng mit der Arbeit von Tecta verknüpft. In den 1970er Jahren suchte Axel Bruchhäuser Zeitzeugen wir Walter Gropius, Marcel Breuer, Sergius Ruegenberg, Mart Stam und Jean Prouvé auf. Sein Ziel: die Geschichte des hinterbeinlosen Kragstuhls zu rekonstruieren. Mit der wachsenden Sammlung von Kragstühlen wurde die Quintessenz des Museums sichtbar: die Entwicklung des Kragstuhls. Nach Jahren war es Zeit für ein Update der Darstellung und Präsentation, die nun auf verschiedenen Ebenen spannend in die Materie mitnimmt.

Wie bereitet sich Tecta auf das Bauhaus-Jubiläum vor?
Eines der Hauptziele ist das kontinuierliche Bewahren des Bauhaus-Erbes. Dazu gehört für uns neben der Herstellung der lizensierten Reeditionen auch die Weiterführung der Idee, die Walter Gropius bei der Gründung des Bauhauses leitete: Die Einheit von Handwerk, Industrie und Kunst. Wir werden den Bauhaus- Gedanken fortsetzen und sorgen zugleich für eine kontinuierliche Bewahrung der Schriften, Begegnungen und Anekdoten aus dieser Zeit im ständig bearbeiteten Tecta-Archiv.

Wie viele Produkte und orginalgetreue Bauhaus-Reeditionen gibt es insgesamt?
Über 100 Produkte, davon 30 ausgezeichnet mit dem »Original Bauhaus-Signet« für werkgetreue, lizenzierte Reeditionen des Bauhaus-Archiv . Ein begehrtes Zeichen, mit dessen Anzahl Tecta an Platz 1 im Bauhaus-Bereich für originalgetreue und lizenzierte Bauhaus-Reeditionen liegt.

Made in Germany produzieren - wieviele Mitarbeiter beschäftigt Tecta?
Insgesamt 40. Tecta produziert Made in Germany mit eigenen Werkstätten auf dem Firmengelände in Lauenförde – von der Tischlerei bis zur Schlosserei und der Etablierung des Flechthandwerks. Eines der ältesten, menschlichen Handwerke, die jetzt unter UNESCO Weltkulturerbe stehen und bei Tecta noch ausgeübt werden.

Tecta

FLECHTHANDWERK ZUM UNESCOWELTKULTURERBE BENANNT

Darüber freut sich der „Bundesinnungsverband für das Korb- und Flechtgestalterhandwerk“ aber auch Tecta. Das Flechten ist seit über 40 Jahren ein besonderes Anliegen des Lauenförder Unternehmens. Der Bauhaus-Spezialist Tecta beschäftigt einen der letzten Korbflechtmeister Deutschlands.

 

 

Flechten ist das älteste Handwerk der Menschen, aber es gibt nur noch zwei Orte in Deutschland, an denen es groß geschrieben wird: dazu gehört Tecta in Lauenförde. Direkt im Nachbarort Dahlhausen lebt Tecta-Flechtmeister Hansgert Butterweck. Er stattet seit Beginn der 1980er Jahre den Mies-van-der-Rohe- Stuhl von Tecta mit dem linsenförmigen Naturgeflecht der Rotangpalme aus Indonesien aus.

Dahlhausen war früher eine der „Hochburgen“ der Flechtkunst. Viele Familien hatten durch das Handwerk ihr Auskommen. Die für die Korbmacherei notwendigen Weiden wuchsen direkt an den Flüssen der Umgebung. Doch in den Wirtschaftswunderjahren nahm die Bedeutung des Flechthandwerks ab. Aus dem Korbmacherhandwerk entwickelte sich eine Kleinmöbelindustrie. Naturmaterialien wurden durch „moderne“ Werkstoffe ersetzt. Immer mehr Handwerksbetriebe gaben auf oder sattelten um.

 

 

Nicht aber einer der letzten, deutschen Korbflechtmeister, Hansgert Butterweck. Er fertigt immer noch per Hand die Sitze der Bauhausmöbel für Tecta. „Wir unterstützen das Handwerk, um das exakte Geflecht von Lilly Reich nacharbeiten zu können,“ erzählt Christian Drescher. „Wir möchten nicht, dass diese wichtige Kunst eines Tages verloren geht,“ so der Tecta-Geschäftsführer.

Der Ansatz überzeugte auch das Bauhaus-Archiv in Berlin, das ausschließlich werkgetreue und in Lizenz hergestellte Reeditionen der originalen Bauhaus- Modelle genehmigt: Tecta besitzt inzwischen mit über dreißig die meisten Bauhaus- Signets weltweit.

 

 

Tecta Pressemeldung imm 2017-1
Tecta Pressemeldung imm 2017-2
Tecta Pressemeldung imm 2017-3
Tecta Pressemeldung imm 2017-4
Tecta Pressemeldung imm 2017-6
Tecta Pressemeldung imm 2017-7
Tecta Pressemeldung imm 2017-5