Alles im Lot

Mal groß, mal klein: der neue Tisch von Wolfgang Hartauer

Nach seinem Beistelltisch K8 entwickelte Wolfgang Hartauer für Tecta mit Lot ein neues, großformatiges Klapptisch-Konzept. Ein wandelbarer Ess- und Arbeits­tisch und wie von Zauberhand mobil.

Wie ist die Idee zu Lot entstanden?
Ich war auf der Suche nach einem Tisch, der eine »geschmeidige« Seite hat – daher die halbrunde Form. Gleichzeitig wollte ich einen Tisch, der bei Bedarf vergrößert bzw. verkleinert werden kann. Das Thema Klappmechanismus stand im Raum.

Wofür steht der Name Lot?
Es ist eine Referenz an den rechten Winkel, mit dem charakteristischen, Gestell und Platte verbindenden Halbkreis als Kodierung.

Klappmechanismen bei Tischen sind komplexe An­gelegenheiten – und erfordern oft Kraft, insbesondere wenn das Möbel wie Lot aus Massivholz gefertigt ist. Wie sieht Ihre Lösung aus?
Ein Spiel mit Geometrien: ein Halbkreis, der um 90 Grad gedreht wird und die Auflage für das Klappelement bildet. Ich wollte eine Bewegung kreieren, die man dem Möbel ablesen kann. Alle dafür notwendigen Komponenten sind sichtbar. Es gibt keinen Hightech-Mechanismus bei dem man etwas verlängert oder auszieht, nichts muss kompliziert gefaltet werden o.ä.

Ist Lot für Sie eher ein Ess­tisch oder ein Arbeitstisch?
Sowohl als auch! Lot ist ein sehr funktionales zeitgemäßes Möbelstück und wird daher verschiedensten Ansprüchen gerecht. Er lässt sich nicht nur einfach ver­größern und verkleinern, sondern auch ganz leicht frei im Raum bewegen.

Lot ist aus massiver Eiche gefertigt, wie soll der Tisch da mobil sein?
Die Asymmetrie des Tisches hat einen Grund: Im 4 cm starken Gestell gibt es einen versteckten Rollmechanismus. Es sind kugelgelagerte Rollen. Wenn man den Tisch an seiner Rundung anhebt, kann man ihn mit einer Hand spielend einfach bewegen. Und ihn mit der heruntergeklappten, flachen Seite beispielsweise an eine Wand schieben. Wir haben sehr viel an den Details des Tisches gefeilt: So sorgen eingebohrte Magnete dafür, dass die heruntergeklappte Tischplatte auch beim Verschieben des Tisches am Gestell haften bleibt, ohne zu schlenkern.

Also kann man Lot tatsächlich alleine bewegen?
Herkömmliche Klapptische benötigen meist eine zweite Person, um den Tisch von A nach B zu transportieren. Bei Lot schafft das eine einzige Person – insofern ist Lot auch sehr praktisch fürs Großraumbüro: Wenn man in einem Bereich spontan mehr Arbeitsfläche braucht, schiebt man Lot dorthin, vergrößert ihn. Das ist die Überraschung: Trotz seiner Massivität ist Lot sehr mobil und flexibel einsetzbar. Deswegen – egal ob Wohnen oder Arbeiten, Lot steht immer dort, wo ich ihn brauche.

Das sind sehr elegante,
subtile Lösungen …
Es ist ein versteckter Mehrwert, der sich optisch nicht gleich zu erkennen gibt. Die entscheidenden Mechanismen, Komponenten, die wir brauchten, gab es nicht vorgefertigt. Wir haben sie individuell für Lot entwickelt. Es war ein langer Prozess!

Sind weitere Varianten von Lot angedacht?
Neben Eiche wird es Nussbaum als dunkle Alternative geben sowie eine Sperr­holzvariante. Das hat konstruktive Vorteile. Auch preislich bewegt man sich in einem anderen Segment.

Tecta Aktuelles Lot-4
Tecta Aktuelles Lot-5
Tecta Aktuelles Lot-3
Tecta Aktuelles Lot-2

Wolfgang Hartauer

Der ausgebildete Tischler und studierte Architekt, der sich selbst als »Handarbeitsmensch« bezeichnet, machte sich 2014 mit seinem Designunternehmen Interior Things mit Sitz in Holzminden selbstständig. Der Rote Faden seiner Arbeit: Mit Leidenschaft und Präzision klares Design und Ordnung schaffen. So entstand auch sein System »Meterware«, ein Ablagesystem für Schreibtisch und Wand. Ganz nach Hartauers Anspruch entworfen: »nehm mich in die Hand und beweg mich!« Pulverbeschichtete Aluminiumschalen tragen edle Ablagen aus Holz oder Filz.

 

 

Alles passt, nichts klemmt, ist spielerisch er- und befahrbar. Sinnlich, haptisch und exakt zugleich. Fragt man Hartauer was er in seinem nächsten Leben macht, kommt die Antwort spontan: Uhrmacher werden. Überraschend? Nicht wirklich, eher die logische Folge seiner Auffassung von Ästhetik und Ordnung, die bei ihm im besten Sinn zusammen passt.

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